Die Entscheidung in dieser Woche
Die offizielle Automatic1111-Anleitung für Apple Silicon nennt Python 3.10 als Teil der empfohlenen Mac-Installation; ComfyUI verweist für Apple-Silicon-Systeme auf PyTorch Nightly und eine manuelle Einrichtung. Das ist der entscheidende Hinweis: Wenn Sie hauptsächlich manuell Bilder erzeugen und die klassische Stable Diffusion WebUI kennen, wählen Sie zunächst Automatic1111. Wenn Sie komplexe Abläufe, reproduzierbare Workflows oder API-Automatisierung benötigen, wählen Sie ComfyUI. Prüfen Sie bei beiden Varianten vor der Installation Ihr Zielmodell und jede wichtige Erweiterung. (Installation von Automatic1111 auf Apple Silicon)
Ihr Wochenplan: Testen Sie am ersten Tag ein identisches Motiv in beiden Oberflächen. Prüfen Sie danach die Erweiterungen, die Sie tatsächlich verwenden. Bis zum Ende der Woche entscheiden Sie anhand von Wiederholbarkeit, Wartungsaufwand und Automatisierung – nicht anhand der schöneren Oberfläche.
Für wen dieser Vergleich gedacht ist
Dieser Beitrag richtet sich an Sie, wenn Sie von der klassischen Stable Diffusion WebUI zu einem nodebasierten Ansatz wechseln möchten und den Migrationsaufwand realistisch einschätzen müssen.
Er ist ebenfalls für Mac-Kreative gedacht, die ohne lange Fehlersuche manuell arbeiten wollen, sowie für Entwickler und Content-Teams, die Bilder in Serien erzeugen, Eingaben automatisiert austauschen oder einen Ablauf mit anderen Personen teilen möchten.
Schritt 1: Klären Sie zuerst Ihren tatsächlichen Arbeitsmodus
Die wichtigste Unterscheidung lautet nicht „Knoten oder Oberfläche“, sondern einmalige Bildidee oder wiederholbarer Produktionsprozess.
Automatic1111 bündelt typische Aufgaben wie Text-zu-Bild, Bild-zu-Bild, Inpainting, Outpainting, Upscaling, LoRAs, Embeddings und eine API in einer bekannten Weboberfläche. Die offizielle Projektbeschreibung nennt außerdem Parameter-Experimente wie X/Y/Z-Plots und wiederholte Generierung. Das ist für Einzelbilder und Prompt-Varianten praktisch, weil Sie viele Einstellungen an einer Stelle ändern können. (offizielles Repository von Automatic1111)
ComfyUI organisiert die Verarbeitung dagegen als Graph aus miteinander verbundenen Nodes. Die offizielle Dokumentation beschreibt Workflows als gespeicherte Strukturen, die auch in den Metadaten erzeugter Bilder landen können. Dadurch lässt sich später nachvollziehen, welche Schritte ein Bild erzeugt haben. (offizielle Workflow-Dokumentation von ComfyUI)
Die Konsequenz für Sie:
- Wählen Sie Automatic1111, wenn Sie Prompt, Sampler, Auflösung und LoRA schnell verändern möchten.
- Wählen Sie ComfyUI, wenn Sie dieselben Schritte mit unterschiedlichen Eingaben wiederholen.
- Starten Sie keine sofortige Migration, wenn ein bestehendes Projekt von mehreren Automatic1111-Erweiterungen abhängt und bereits stabil läuft.
Die geringere Einstiegshürde ist jedoch nicht automatisch der geringere Gesamtaufwand. Bei Automatic1111 können Erweiterungen, Konfigurationsdateien und Modellpfade über längere Zeit unübersichtlich werden. Bei ComfyUI sehen Sie die Prozessstruktur früher, müssen aber die Node-Logik zunächst verstehen.
Schritt 2: Bewerten Sie Handarbeit und Parameter-Exploration
Wenn Sie noch keine feste Pipeline besitzen, ist Automatic1111 meistens der schnellere Startpunkt. Sie wählen Modell, Prompt, Negativ-Prompt, Sampling-Methode und Bildparameter in einer formularartigen Oberfläche. Für Moodboards, Stiltests oder einzelne Social-Media-Motive ist diese direkte Bedienung sinnvoll.
ComfyUI verlangt zunächst eine andere Denkweise. Sie müssen nicht nur Parameter einstellen, sondern die Reihenfolge der Verarbeitung verstehen: Modell laden, Text kodieren, Sampling ausführen, Bild dekodieren, speichern und gegebenenfalls weitere Verarbeitungsschritte anschließen. Die Oberfläche bietet dafür mehr Sichtbarkeit, erzeugt aber zu Beginn mehr mentale Last.
Die Entscheidung sollte deshalb so aussehen:
- Automatic1111 ist die erste Wahl, wenn Sie in einer Sitzung viele kleine Prompt-Änderungen testen und jedes Bild individuell beurteilen.
- ComfyUI ist die erste Wahl, wenn Sie nach der Explorationsphase denselben Ablauf mit festen Schritten konservieren möchten.
- Keine der beiden Varianten ist sofort geeignet, wenn Sie noch nicht wissen, welches Modell und welche Erweiterungen Sie benötigen. Bauen Sie zuerst einen kleinen Basistest ohne Zusatzmodule.
Die geringere Einstiegshürde von Automatic1111 ist besonders dann relevant, wenn Sie bereits mit der klassischen Stable Diffusion WebUI gearbeitet haben. Sie können vorhandene Bediengewohnheiten weiterverwenden und müssen nicht jeden Verarbeitungsschritt als eigenständigen Node modellieren.
ComfyUI lohnt sich dagegen früher, wenn Sie regelmäßig dieselbe Bildstruktur mit wechselnden Prompts, Referenzbildern oder Stilmodulen erzeugen. Der zusätzliche Lernaufwand zahlt sich erst aus, wenn die Wiederholung tatsächlich Teil Ihres Arbeitsalltags ist.
Hinweis: „Schnell installiert“ bedeutet nicht „leicht zu warten“. Notieren Sie bei der ersten funktionierenden Installation den Commit, die Python-Version, das Modellformat und die Erweiterungen. Sonst reproduzieren Sie später nur das Bild, nicht die Umgebung.
Schritt 3: Prüfen Sie komplexe Workflows statt nur die Oberfläche
Bei komplexen Abläufen zählt die Sichtbarkeit der Abhängigkeiten. Ein typischer Prozess kann mehrere Modelle, ControlNet, LoRAs, Bildskalierung, Maskierung, Nachbearbeitung und unterschiedliche Speicherpfade enthalten. Diese Funktionen hängen jedoch teilweise von Erweiterungen ab. Sie dürfen deshalb nicht aus der Oberfläche ableiten, dass beide Projekte dieselben Komponenten gleich unterstützen.
In Automatic1111 werden zusätzliche Funktionen häufig über Extensions ergänzt. Die offizielle Erweiterungsdokumentation weist darauf hin, dass Installationsskripte ausgeführt werden können und dass bestimmte Betriebsarten – etwa das Öffnen der WebUI für andere Rechner – Auswirkungen auf die Installation von Erweiterungen haben können. (offizielle Erweiterungsdokumentation von Automatic1111)
ComfyUI macht die Verbindungen zwischen den Verarbeitungsschritten explizit. Das hilft, wenn Sie einen Ablauf mit mehreren Kontrollpunkten debuggen müssen. Ein fehlendes Modell, ein falscher Datentyp oder ein inkompatibler Node ist dann eher als einzelner Fehler isolierbar. Zugleich wächst die Abhängigkeit von Custom Nodes. Ein gespeicherter Graph allein garantiert daher noch keine vollständige Reproduzierbarkeit.
Für diesen Bereich gilt:
- ComfyUI ist die erste Wahl, wenn Sie mehrere Verarbeitungsschritte visuell prüfen, umstellen und wiederverwenden.
- Automatic1111 bleibt die passende Alternative, wenn Ihre bevorzugten Erweiterungen dort ausgereifter oder bereits eingerichtet sind.
- Ein sofortiger Wechsel ist nicht geeignet, wenn eine zentrale Erweiterung nur in Automatic1111 vorhanden ist und keine belastbare ComfyUI-Entsprechung dokumentiert wurde.
Beurteilen Sie jede Erweiterung nach vier Punkten:
- Gibt es eine aktuelle Installationsanleitung?
- Wird Apple Silicon oder macOS ausdrücklich erwähnt?
- Welche zusätzlichen Modelle und Python-Pakete werden benötigt?
- Können Sie einen festen Testfall erfolgreich wiederholen?
Bewerten Sie außerdem, ob die Erweiterung zum Kernprojekt oder zu einer Drittanbieter-Umgebung gehört. Nur weil ein Node oder eine Extension in der Community häufig verwendet wird, ist daraus keine offizielle Kompatibilitätszusage abzuleiten.
Schritt 4: Planen Sie Batch-Aufgaben und API-Automatisierung
Für die Batch-Erzeugung ist nicht die Anzahl der Schaltflächen entscheidend. Sie brauchen eine belastbare Ausführungskette:
- Eingabedaten ersetzen.
- Jobs in eine Warteschlange einreihen.
- Dateinamen eindeutig vergeben.
- Fehler protokollieren.
- Fehlgeschlagene Aufgaben erneut starten.
- Bereits erzeugte Ergebnisse nicht versehentlich überschreiben.
ComfyUI ist für diese Struktur besonders interessant, weil ein Workflow als JSON im API-Format gespeichert werden kann. Die offizielle Dokumentation beschreibt ein Format mit Node-IDs, class_type und Eingaben. Der Server nimmt einen Workflow an, validiert ihn und fügt ihn einer Ausführungswarteschlange hinzu. Bei Fehlern können Validierungsinformationen und Node-Fehler zurückgegeben werden. (offizielle API-Dokumentation von ComfyUI)
Das ist für Entwickler wichtig: Sie können eine feste Workflow-Datei als Vorlage behandeln und nur definierte Eingaben ersetzen, etwa Prompt, Bildpfad, Seed oder Ausgabepräfix. Eine solche Automatisierung ist trotzdem kein Selbstläufer. Sie müssen die Node-IDs, Dateipfade, Modellnamen und Rückgabewerte stabil halten.
Automatic1111 besitzt ebenfalls eine API und kann über Erweiterungen ergänzt werden. Für viele Einzelaufgaben reicht das aus. Bei einer größeren Pipeline hängt die Wartbarkeit jedoch stärker von der konkreten WebUI-Version, den installierten Extensions und den verwendeten API-Endpunkten ab. Die offizielle Projektbeschreibung bestätigt die API-Unterstützung, liefert aber keine pauschale Zusage, dass jede Erweiterung dieselbe Schnittstelle oder dieselbe Stabilität bietet. (offizielles Repository von Automatic1111)
Meine Bewertung für Automatisierung:
- ComfyUI: 5 von 5 Punkten für eine sichtbare Workflow-Struktur.
- Automatic1111: 3 von 5 Punkten für einen schnellen API-Einstieg.
- Fehlerwiederholung: Bei beiden Systemen nur dann zuverlässig, wenn Sie Jobs und Ausgabedateien selbst protokollieren.
Für ein Content-Team ist zusätzlich die Dateiverwaltung entscheidend. Ein Batch-Prozess sollte den Prompt oder die interne Job-ID nicht nur in einer Tabellenzeile, sondern auch im Dateinamen oder in den Metadaten wiederfinden. Andernfalls kann eine technisch erfolgreiche Generierung später nicht mehr eindeutig zugeordnet werden.
Schritt 5: Sichern Sie Teamfähigkeit und Versionen
Ein Screenshot eines Node-Graphs oder ein Bild aus der WebUI reicht für ein Team nicht aus. Für die Übergabe benötigen Sie mindestens:
- Projekt-Commit oder Release-Stand.
- macOS-Version.
- Python- und PyTorch-Version.
- Modellname und exakter Dateipfad.
- LoRAs, VAE-Dateien und ControlNet-Modelle.
- Liste der Erweiterungen beziehungsweise Custom Nodes.
- Einen festen Test-Prompt.
- Eine erwartete Ausgabedatei mit kontrolliertem Seed.
Bei ComfyUI sollten Sie zusätzlich den normalen Workflow und die API-Version getrennt sichern, wenn ein automatisierter Dienst daraus arbeitet. Die Dokumentation beschreibt ausdrücklich das Speichern im API-Format und die Ausführung über strukturierte Workflow-Daten. (offizielle API-Dokumentation von ComfyUI)
Bei Automatic1111 müssen Sie die WebUI-Installation und die Extensions gemeinsam dokumentieren. Die offizielle Erweiterungsseite zeigt, dass Erweiterungen aus separaten Repositories installiert werden können. Damit entsteht eine zusätzliche Versionsschicht neben dem Kernprojekt. (offizielle Erweiterungsdokumentation von Automatic1111)
Für ein kleines Team ist Automatic1111 oft angenehmer, wenn alle manuell mit derselben Oberfläche arbeiten. Für ein Team mit wiederholbaren Produktionsschritten ist ComfyUI meist besser, weil der Ablauf als Datei beschrieben werden kann. Beides funktioniert nur mit einem gepflegten Abhängigkeitsprotokoll.
Speichern Sie außerdem einen kleinen Abnahmetest. Dieser sollte ein festes Eingabebild, einen festen Prompt, ein definiertes Modell und eine erwartete Ausgabe enthalten. Nach einem Update starten Sie nicht sofort die komplette Produktion, sondern führen zuerst diesen Test aus. Wenn sich Bildgröße, Dateiname, Node-Fehler oder Modellpfad ändern, stoppen Sie die Migration und prüfen die Ursache.
Schritt 6: Prüfen Sie Apple Silicon vor der Installation
Apple Silicon ist kein Kompatibilitäts-Siegel. Das Kernprojekt kann auf einem Mac starten, während eine einzelne Erweiterung, ein Trainingsmodul oder ein bestimmter Modellpfad trotzdem Probleme verursacht.
Die offizielle Automatic1111-Anleitung nennt für die Mac-Installation Homebrew-Pakete wie CMake, Protobuf, Rust, Python 3.10, Git und Wget. Sie weist außerdem darauf hin, dass unter macOS bestimmte Funktionen eingeschränkt sein können. Genannt werden insbesondere der CLIP-Interrogator und Training, wobei Training laut Anleitung sehr langsam sein und viel Arbeitsspeicher verbrauchen kann. (Installation von Automatic1111 auf Apple Silicon)
ComfyUI beschreibt die Installation auf Apple Silicon über PyTorch Nightly, die manuelle ComfyUI-Installation und die anschließende Installation der Abhängigkeiten. Das bedeutet: Die Umgebung kann funktionieren, ist aber stärker von passenden Paketständen abhängig. (offizielles Repository von ComfyUI)
Ihre Mac-Prüfung sollte deshalb in dieser Reihenfolge erfolgen:
- macOS-Version und Apple-Silicon-Modell dokumentieren.
- Eine separate Python-Umgebung anlegen.
- Das Kernprojekt ohne Erweiterungen starten.
- Ein kleines, kompatibles Modell laden.
- Ein festes Text-zu-Bild-Beispiel ausführen.
- Jede Erweiterung einzeln installieren.
- Nach jeder Installation denselben Test wiederholen.
- Erst danach ControlNet, Upscaling, Batch-Aufgaben oder Training ergänzen.
Achten Sie auf drei versteckte Kosten:
- Arbeitsspeicher: Modelle, Zwischenbilder und parallele Prozesse konkurrieren um denselben Speicher.
- Abhängigkeiten: Ein Paketupdate kann eine bisher funktionierende Extension unbrauchbar machen.
- Wartungszeit: Fehler in Python-, PyTorch- oder Modellpfaden benötigen häufig mehr Zeit als die eigentliche Bildgenerierung.
Erfahrung aus der Praxis: Installieren Sie niemals fünf Custom Nodes gleichzeitig. Wenn danach der Start fehlschlägt, wissen Sie nicht, ob ein Paket, ein Modellpfad oder ein einzelner Node die Ursache ist. Unter Apple Silicon sparen Sie mit schrittweiser Installation meist mehr Zeit als mit einem vermeintlichen Komplettpaket.
FAQ: Die wichtigsten Mac-Entscheidungen
Die folgenden Antworten decken die häufigsten Migrations- und Betriebsfragen ab, ohne die Unterschiede auf eine reine Funktionsliste zu reduzieren.
Schritt 7: Nutzen Sie diese Entscheidungs-Checkliste
Beantworten Sie jede Aussage mit „Ja“ oder „Nein“. Entscheidend ist nicht die Summe aller Funktionen, sondern welche Anforderungen Ihren Arbeitsablauf tatsächlich bestimmen.
Automatic1111 wählen, wenn Sie mindestens drei dieser Punkte mit „Ja“ beantworten
- [ ] Sie erzeugen überwiegend einzelne Bilder oder kleine Motivserien manuell.
- [ ] Sie kennen die klassische Stable Diffusion WebUI bereits.
- [ ] Sie ändern Prompts, Seeds und Sampling-Einstellungen häufig direkt in der Oberfläche.
- [ ] Ihre wichtigsten Extensions sind bereits in Automatic1111 eingerichtet.
- [ ] Sie benötigen keine gemeinsam gepflegte Node-Struktur.
- [ ] Eine API wird nur für gelegentliche Einzelaufgaben benötigt.
Wenn mindestens drei Punkte zutreffen, starten Sie mit Automatic1111. Prüfen Sie trotzdem Apple-Silicon-Unterstützung und sichern Sie die funktionierende Umgebung, bevor Sie weitere Extensions installieren.
ComfyUI wählen, wenn Sie mindestens drei dieser Punkte mit „Ja“ beantworten
- [ ] Sie wiederholen dieselbe Verarbeitungskette mit unterschiedlichen Eingaben.
- [ ] Ihr Ablauf enthält mehrere Modelle, ControlNet, Upscaling oder Nachbearbeitung.
- [ ] Sie möchten Workflows als Dateien speichern und an andere Personen übergeben.
- [ ] Sie planen Batch-Aufgaben oder eine API-gesteuerte Bildproduktion.
- [ ] Sie müssen einzelne Verarbeitungsschritte sichtbar testen und austauschen.
- [ ] Sie möchten Eingaben, Ausgaben und Fehler einer Job-Warteschlange kontrollieren.
Wenn mindestens drei Punkte zutreffen, bauen Sie neue Projekte mit ComfyUI auf. Beginnen Sie mit einem kleinen, dokumentierten Workflow und ergänzen Sie Custom Nodes erst nach einem erfolgreichen Basistest.
Parallelbetrieb wählen, wenn eine dieser Bedingungen erfüllt ist
- [ ] Ihr bestehendes Automatic1111-Projekt läuft stabil, ist aber stark von Extensions abhängig.
- [ ] Sie wollen einen neuen automatisierten Prozess entwickeln, ohne die bestehende Produktion zu gefährden.
- [ ] Noch ist unklar, ob alle benötigten Modelle und Erweiterungen in ComfyUI verfügbar sind.
- [ ] Ihr Team benötigt kurzfristig Ergebnisse, während die neue Umgebung noch validiert wird.
Wenn einer dieser Punkte zutrifft, löschen Sie die bestehende Umgebung nicht. Sichern Sie Modelle, Prompts, Erweiterungen und Testbilder. Bauen Sie ComfyUI separat auf und vergleichen Sie beide Systeme mit demselben Eingabefall.
Schritt 8: Entscheiden Sie über Migration oder Parallelbetrieb
Eine direkte Ablösung von Automatic1111 ist nicht zwingend sinnvoll. Wenn Sie ein bestehendes Projekt mit vielen Extensions, fertigen Prompt-Vorlagen und funktionierenden Ausgabepfaden besitzen, kann ein stabiler Altbestand wertvoller sein als eine theoretisch modernere Struktur.
Nutzen Sie diese Entscheidungslogik als verbindliche Auswahlhilfe:
- Wenn Sie hauptsächlich manuell arbeiten und Ihre Automatic1111-Erweiterungen funktionieren: Bleiben Sie zunächst bei Automatic1111.
- Wenn Sie neue Batch- oder API-Pipelines aufbauen: Starten Sie das neue Projekt bevorzugt mit ComfyUI.
- Wenn Sie einen bestehenden Ablauf weiterentwickeln, aber die Zielstruktur noch unklar ist: Betreiben Sie beide Umgebungen parallel.
- Wenn eine zentrale Erweiterung nur in Automatic1111 verfügbar ist: Verschieben Sie die Migration oder ersetzen Sie nur diesen Teil.
- Wenn mehrere Personen denselben Ablauf mit identischen Eingaben ausführen müssen: Priorisieren Sie einen versionierten ComfyUI-Workflow.
- Wenn Sie Training oder spezielle Analysefunktionen auf dem Mac benötigen: Testen Sie die konkrete Funktion separat, statt die Unterstützung aus dem Kernprojekt abzuleiten.
Für die Migration übertragen Sie zuerst Modelle, LoRAs, Prompts und Testbilder. Danach bauen Sie den Ablauf in ComfyUI neu auf. Vergleichen Sie nicht nur das Endbild. Prüfen Sie auch Seed, Bildgröße, Zwischenbilder, Dateinamen und Fehlermeldungen. Eine visuell ähnliche Ausgabe kann technisch aus einem anderen Prozess stammen.
Eine direkte Migration ist besonders riskant, wenn Ihre bisherige Umgebung mehrere Extensions aus unterschiedlichen Repositories verwendet. In diesem Fall sollten Sie die vorhandene Installation nicht löschen. Erstellen Sie eine Kopie, sichern Sie die Modellpfade und testen Sie die neue Struktur mit einem kleinen repräsentativen Workflow.
Schritt 9: Bewerten Sie das Ergebnis mit einem festen Entscheidungstest
Vergeben Sie keine Punkte für Funktionslisten, die Sie nie nutzen. Bewerten Sie stattdessen Ihre fünf realen Aufgaben:
- Ein einzelnes Motiv manuell erzeugen.
- Eine komplexe Verarbeitungskette wiederholen.
- Eine Serie mit wechselnden Eingaben starten.
- Einen Ablauf an eine andere Person übergeben.
- Die Installation nach einem Update wiederherstellen.
Wählen Sie Automatic1111, wenn Aufgabe 1 klar dominiert und die Aufgaben 2 bis 5 nur gelegentlich vorkommen. Wählen Sie ComfyUI, wenn Aufgaben 2 bis 4 regelmäßig auftreten. Wählen Sie einen Parallelbetrieb, wenn Aufgabe 1 von einem bestehenden Projekt abhängt, Sie aber eine neue Automatisierung aufbauen.
Diese Entscheidung ist belastbarer als die Frage, welche Oberfläche moderner aussieht. Sie berücksichtigt den tatsächlichen Wartungsaufwand und verhindert, dass Sie ein stabiles Projekt nur wegen eines Trends neu installieren.
Die sinnvollere Mac-Umgebung für Ihr Vorhaben
Für manuelle Bildideen und schnelle Parameter-Exploration ist Automatic1111 auf dem Mac weiterhin eine vernünftige Wahl. Sie erhalten eine bekannte Oberfläche, eine breite Extension-Struktur und einen direkten Zugang zu typischen Stable-Diffusion-Funktionen. Die Mac-spezifischen Einschränkungen einzelner Komponenten müssen Sie jedoch vorab prüfen.
Für komplexe ComfyUI-Workflows, reproduzierbare Bildserien und API-gesteuerte Produktion ist ComfyUI die strategisch bessere Grundlage. Der Vorteil entsteht nicht allein durch Nodes, sondern durch die Möglichkeit, Verarbeitungsschritte, Eingaben und Ausgaben als überprüfbare Struktur zu behandeln.
Ihre aktuelle lokale Lösung hat dabei häufig drei konkrete Nachteile: Sie bindet den Arbeitsplatz während langer Jobs, erschwert den Zugriff durch mehrere Teammitglieder und macht die Wiederherstellung nach Paket- oder Erweiterungsänderungen auf jedem Rechner unterschiedlich. Ein gemieteter Mac von VPSSpark kann für zeitlich begrenzte Tests, einen zweiten Produktionsstand oder eine getrennte Abnahmeumgebung sinnvoller sein, weil Sie die Installation nicht auf Ihrem täglichen Arbeitsgerät verändern müssen. Informationen zum Anbieter und zum Betriebsmodell finden Sie auf der VPSSpark-Übersichtsseite.
Wenn Sie nur gelegentlich manuell Bilder erzeugen, ist ein eigener Mac weiterhin die einfachste Lösung. Wenn Sie jedoch kurzfristig Apple-Silicon-Kompatibilität, einen reproduzierbaren ComfyUI-Workflow oder eine getrennte Automatic1111-Testumgebung benötigen, ist eine gemietete Umgebung der pragmatische Zwischenschritt. Für die Auswahl eines Standorts können Sie beispielsweise die Mac-Option in den USA prüfen oder vorab über den VPSSpark-Kontakt die passenden Betriebsbedingungen klären.
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